Über die Fechtkunst

Das Fundament der Fechtkunst ist es, alle Guardie gut zu kennen und das Vetrauen in diese Kunst ist es, zu wissen, in welchem Tempo entschlossene Hiebe zu setzen sind, und der Ruhm der Kunst ist es, tapfer zu sein.

Denn die Tugend, die sich in großem Mut manifestiert, welche diese Kunst für jemanden gewinnt, der sich in sie verliebt, ist klar und von großer Bedeutung, und bereits wenn er mit ihr beginnt, wird sie seinem Wohlbefinden gut tun und er wird von anderen, von nah und fern, geehrt werden, weil er diese sinnreiche Kunst begonnen hat.

Und also sage ich, dass wenn es zum Kampf mit jemandem kommt, dem es an Tugend in dieser Kunst gebricht, so wird es wenig Mühe kosten, ihm die Schönheit der Tugend zu zeigen und darüber hinaus sage ich, dass jemand, der die Kunst klug ausübt, viele Männer besiegen wird, welche ungelehrt und unwissend sind; und viele von eben diesen haben weder die Tugend noch die Kraft, mit welcher sie einen Kundigen der Kunst besiegen könnten.

Hier will ich zeigen, wie die überlegene Fechtkunst sich wacker verteidigt gegen jegliche Angriffe des gemeinen, unwissenden Volkes, welches ohne Zweifel ihre Verteidigung zu spüren bekommen wird.

Doch im Gegenteil dazu, wird die Wirkung dieses Werkes, von welchem ich hier Zeugnis ablege, sich nur jenen zeigen, welche angemessen handeln und die Wahrheit wird sich nur jenen zeigen, die sich dieser Kunst beständig und mit ganzer Seele widmen.

Ihr müsst wissen, dass Torheit und Unkenntnis schwierige Situationen herbeiführen und den Betroffenen in großes Ungemach stürzen können, und genauso sieht man an vielen Beispielen, dass jemand, der sich der geistreichen Kunst ergeben hat, große Gefahren meiden kann durch seinen Verstand, und er wird auf sicherem Boden stehen.

Und dass es wahr ist, dass die Tapferkeit der Kunst das Wohlbefinden mehrt, und dass sie ihn nicht bloß aus Gefahren retten wird, sondern ihm viele Siege, über die eigenen Feinde und in vielen Schlachten und viele Herrlichkeiten bescheren wird.

Wie oft komme es vor, dass ein Fechter anmutig und elegant fechtet mit dem Schwert in der Hand, und er trotzdem keinen Nutzen davon hat, denn so er einem Fechter gegenübersteht, der das Schwert auf rohe Art führt, muss es nicht sein, dass der rohe Fechter im Kampf dem Anmutigen unterliegt, denn der Kampf gereicht nur ihm zum Vorteil, denn der rohe Kämpfer kümmert sich nicht um die Schönheit, er widmet sich seinem Nutzen und vernachlässigt seine Erscheinung, und jener, welcher elegant kämpft, aber sorgt sich um die Eleganz und vernachlässigt seinen Nutzen.

Und auch ist es notwendig, dass jeder Spieler ein Urteil darüber fällen kann, sobald er einem anderen Spieler gegenübersteht, wie jener sich verhält, und ob er auf den eigenen Nutzen achtet, oder ob er nur elegant aussehen will mit dem Schwert in der Hand und nicht auf seinen eigenen Nutzen im Kampf achtet.

Und auch in dieser Sache muss man ein gutes Urteil fällen können, denn unzählige Male kommt es vor, dass über einen Kämpfer gesagt wird, er fechte elegant und anmutig und es wird auch behauptet, wie gut er doch fechte und nichtsdestotrotz hat er ihm Spiel keinen Vorteil.

Und so geschieht es, dass über einen anderen gesagt wird, er sei ein roher Fechter und dass er das Schwert kaum richtig halten könne und nur auf den eigenen Nutzen aus sei und dass der Rohling den Anmutigen niemals schlagen könne, so die beiden kämpfen würden.

Trifft ein Spieler mit erhobenem Schwert in der Hand, sei er auch überlegen, auf einen anderen der aber von Täuschung und Tücke durchzogen ist, wird jener, welcher von Beginn an reicher an diesen Eigenschaften ist, seinen Gegner besiegen.

Und jener, der ehrlich kämpft, muss sich mit viel Ausdauer rüsten, und wer Ehre erlangen will, darf keine Mühen scheuen, und so wird er der Fechter, der er sein will, entweder bösartig und falsch und ein Blender, oder einer der kunstvolle Hiebe mit freudiger Entschlossenheit im Tempo führt, und im Herzen Agente ist.
Jener, welcher nur mit Waffen hantieren will, sollte nicht vergessen, dass er so seinem Gegner einen leichten Sieg schenkt. Wie viele sind aus Unwissenheit gestorben, und wenn sie auch tapfer wie Löwen waren, so hat es ihnen nichts genützt.

Die Vielfalt und die Verschiedenartigkeit der einzelnen Hiebe, welche von den fähigen Lehrmeistern ersonnen wurden für das allgemeine Studium, werden nach ihrer Erfahrung gelehrt. Und hat man die Absicht, Taten großer Ehre zu vollbringen mit aller Größe der Tugend, die dieser sinnreichen Kunst innewohnt, und beachtet man die perfekte Ordnung der Vernunft, so wird man von anderen geschätzt werden.

Darum aber muss man im Geiste immer neue Bewegungsabläufe ersinnen und sich verschiedene Kunstfertigkeiten und verschiedenen Methoden aneignen, sodass die gesamte Kunst durch Anmut geehrt werden kann und durch große Schönheit und man soll nicht immer nur ein Maß oder eine Regel haben, die dem verwundenden Hieb zugrunde liegt, wie auch den verschiedenen Verteidigungen und deswegen ist die Schönheit dieser Kunst ebenjene, erfindungsreich zu sein und viele neue Erfindungen zu tun und dies ist die wahre Grundlage, und sie ist deutlich und umfassend in allen Teilen dieses Bauwerkes, strahlend geformt und von bewundernswerter Schönheit. Und bist du vortrefflich in verschiedenen Erfindungen so bist du in den Augen anderer mit wertvollen Edelsteinen ausgerüstet auf diese Weise, und weil alles Tun in dieser Kunst miteinander verbunden ist, erstrahlt es dermaßen aus dieser Verbindung in Schönheit, welche die erstrebenswerten Verläufe von kunstfertig geführten Hieben darstellt.

Aus diesem Verständnis wird den kundigen Männern ein vortrefflicher Verstand geboren für das kunstvolle Werk, aber noch sind sie überall erst bei der Erkenntnis der Absicht und des Sehens des Vollendeten, nämlich dass der vollführte Hieb nach vorne, jener ist, welcher endet bevor man weiß, was der andere zu tun wünschte um dich zu treffen, und noch viel besser: man kann aus der verzierten Schönheit des Spiels alles herauslesen, was man wünscht. Aus der Vortrefflichkeit des kunstfertigen Verstandes heraus jedoch ist es wunderbare Anmut, sich in rechter Ordnung zu bewegen und die große Kunst des Verständnisses zu zeigen, die so sehr Werk desjenigen ist, welches in den Augen der Betroffenen hervorgebracht wird, sodass diese ihm das Leben nicht nehmen können; und auch wenn du dich ein weiteres Mal dem so Ausgezeichneten zuwendest, um ihn anzugreifen, so wirst du die Augen nicht mehr von ihm lassen können, vor Verwunderung über die Vielseitigkeit und die Vielfalt der schönen Hiebführungen die aus ihm hervorkommen, und denen es nie an raffinierter Kunst fehlt, welche ihm innewohnt.

Jedoch nützt die Erkenntnis der Dinge sehr, je klarer du verstehst und erkennst, und wisse, dass sich die Erkenntnis der genannten Sache noch viel schöner zeigt, je mehr der Verstand sie ziert, und je mehr sie ohne Makel und mit höchster Klarheit der Kunst ausgeübt wird.